Was sind Leichte-Sprache-Bilder?

Fotos, Zeichnungen oder Symbole illustrieren die Übersetzungen in Leichte Sprache. Oft kommen dabei spezielle Leichte-Sprache-Zeichnungen zum Einsatz. Was ist das Besondere an diesen Bildern?

Sie bekommen die Leichte-Sprache-Bilder von mir zusammen mit der Übersetzung und können sie für den Text nutzen. Das ist für Zeichnungen aus der Standardbibliothek der Lebenshilfe Bremen kostenfrei. Sie können weitere Zeichnungen aus der Gesamtbibliothek der Lebenshilfe für einen kleinen Preis dazukaufen.

Weitere Zeichnerinnen

Auch freie Zeichnerinnen bebildern Übersetzungen in Leichte Sprache. Sie haben eigene Bildbibliotheken und zeichnen außerdem auf Kundenwunsch. Als Auftraggeber geben Sie das Motiv vor.

Bilder sind ein wichtiger Bestandteil von Übersetzungen in Leichte Sprache. Inclusion Europe und das Netzwerk Leichte Sprache fordern zur Nutzung von Bildern auf. „Bilder helfen, den Text zu verstehen.“

Zweiter Ausgabekanal

Die Lebenshilfe Bremen spricht von „besonderen Bildern – Leichte-Sprache Bildern.“ Diese sind ganz bewusst eine inhaltliche Dopplung des Textes.[1] Durch die Zeichnungen bekommt die Übersetzung in Leichte Sprache einen zusätzlichen Ausgabekanal. Unbekannte Wörter werden veranschaulicht und mehrdeutige Wörter werden durch Bilder eindeutig. Fotos und Zeichnungen in Übersetzungen können Handlungen und Abläufe deutlich machen.[2]

Klare Bildaussage

Der Wort-Bild-Beziehung kommt in Übersetzungen in Leichte Sprache eine besondere Bedeutung zu: Die Bilder sollen nicht Illustration sein, sie müssen immer eine Beziehung zum Text haben. Das setzt eine sorgfältige Auswahl voraus.[3] Bei Zeichnungen muss das Motiv eindeutig sein. Fotos sollen nur das Wesentliche zeigen und nichts soll von der Bildaussage ablenken. Die Lesenden müssen die verwendeten Symbole und Icons kennen.

Bilder werden mitgeprüft

Die Prüfgruppe bekommt die Übersetzung in Leichte Sprache zusammen mit den Bildern. Die Prüfer wollen fast immer auch über die Bilder sprechen. Sie verstehen bebilderte Texte besser und behalten sie länger in Erinnerung – was natürlich für alle Menschen gilt.


[1] Lebenshilfe Bremen: Bilder für die Leichte Sprache – Lebenshilfe Bremen (lebenshilfe-bremen.de)

[2] Ursula Bredel, Christiane Maaß (Uni Hildesheim): Duden Leichte Sprache (2016) mit den Bänden Theoretische Grundlagen / Orientierung für die Praxis, die wichtigsten Regeln und Empfehlungen für die Praxis, Übungen für die Praxis mit Lösungen. Theoretische Grundlagen. Orientierung für die Praxis, ISBN 978-3-411-75616-2, Leseprobe online

[3] Andrea Halbritter zeigt in ihrem Blog gute und schlechte Beispiele: https://cotelangues.com/de/bilder-in-der-leichten-sprache-der-bierkasten/

Category: FAQ Leichte Sprache
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